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Verlauf der Mondfinsternis vom 21.01.2000

Ausgabe 1/2000

Die Mondfinsternis am 21. Januar 2000

Gerade mal haben wir die Nacht des "bürgerlichen" Jahrtausendwechsels überstanden, da steht uns die nächste lange Nacht bevor: Die Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden des 21. Januar 2000.

Finsternisse gehören zu den für den Normalbürger ganz besonders interessanten astronomischen Erscheinungen. Dies hat die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 eindrucksvoll gezeigt, als sich Menschenmassen entlang der Zentrallinie versammelten. Teilnehmer an diesem kosmischen Versteckspiel sind Sonne, Erde und Mond.
Bei einer Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen Sonne und Mond, der somit als Vollmond zu sehen ist.
Hätte der Mond die gleiche Bahnebene wie die Erde, so würde bei jeder Vollmondstellung eine Mondfinsternis stattfinden. Nun ist aber seine Bahn um etwa 5° gegen die Erdbahnebene geneigt, so daß sich beide Bahnen nur an zwei Punkten schneiden: den Bahnknoten. Damit verringert sich die Häufigkeit von Mondfinsternissen auf die Zeit, wenn der Vollmond in der Nähe eines dieser Bahnschnittpunkte steht und die Sonne beim anderen.
Die drei Himmelskörper müssen auf einer Linie liegen. Der Mond wandert dann durch den Schatten, den die Erde ins All wirft.


Dieser Schatten besteht aus Halbschatten und Kernschatten. Der Kernschatten hat in Mondentfernung einen Durchmesser von ca. 9.000 km und reicht mehr als drei mal so weit wie die Entfernung Erde - Mond ins All hinaus. Deshalb dauert eine Mondfinsternis bis zu 3,5 Stunden, die der Mond braucht, um durch den Schatten der Erde zu wandern. Die Totalität der Finsternis beträgt im günstigsten Fall 100 Minuten.
Bei einer totalen Finsternis verschwindet der Mond, bis auf ganz seltene Einzelfälle, nicht vollständig, denn die Erdatmosphäre streut immer noch Sonnenlicht in den Kernschatten der Erde. Vor allem die langwelligen, rötlichen Lichtstrahlen gelangen in den Kegel des Erdschattens, und so können wir den Mond als rötlich oder bräunlich verfärbte Scheibe beobachten. Eine Mondfinsternis ist auf der gesamten Nachtseite der Erde sichtbar.

Die diesjährige Mondfinsternis beginnt um 3.03 Uhr MEZ mit dem Eintritt unseres Begleiters in den Halbschatten der Erde. Dies bleibt jedoch unbeobachtbar. Um 4.01 Uhr tritt der Mond dann in den Kernschatten der Erde ein und die gut sichtbare Verfinsterung beginnt.
Der Erdtrabant verläßt den Kernschatten um 7.25 Uhr. Die sichtbare Verfinsterung ist dann beendet. Mit dem Austritt aus dem Halbschatten um 8.24 Uhr endet die Mondfinsternis vollständig. Allerdings ist der Mond bereits um 8.18 Uhr in Stuttgart untergegangen.

Verlauf der Mondfinsternis am 21. Januar 2000:















Eintritt in den Halbschatten3.03 Uhr
Eintritt in den Kernschatten4.01 Uhr
Beginn der totalen Verfinsterung5.05 Uhr
Vollmondstellung5.40 Uhr
Maximale Finsternis5.44 Uhr
Ende der totalen Verfinsterung6.22 Uhr
Austritt aus dem Kernschatten7.25 Uhr
Beginn der bürgerlichen Dämmerung7.32 Uhr
Sonnenaufgang8.03 Uhr
Monduntergang8.18 Uhr
Austritt aus dem Halbschatten8.24 Uhr
(Alle Angaben in MEZ; Mondunter- und Sonnenaufgang für den Standort Sternwarte Stuttgart)


Die Neigung der Mondbahn gegenüber der Erdbahnebene erzeugt drei Arten von Mondfinsternissen: Halbschatten-, partielle und totale Mondfinsternisse.

Eine Halbschattenfinsternis findet statt, wenn der Vollmond nicht exakt in einem der Mondknoten steht. Dann wird der Mond nicht vom Kernschatten der Erde getroffen, sondern nur vom Halbschatten. Bei einer Halbschattenfinsternis verfärbt sich der Vollmond nur etwas dunkler. Solch eine Finsternis ist kein auffälliges Schauspiel und wird nur von erfahrenen Mondbeobachtern wahrgenommen.

Bei einer partiellen Finsternis wird nur ein Teil des Mondes vom Kernschatten getroffen und verfinstert. Das Sonnenlicht wird in der irdischen Lufthülle gestreut und färbt im Kernschattenbereich den Mond rötlich. Der zweifarbige Mond ist ein interessanter Anblick und ein dankbares Objekt für Photographen.

Tritt der Vollmond vollständig in den Kernschatten der Erde ein, ereignet sich eine totale Mondfinsternis. Die verfinsterte Mondscheibe ist nur noch schwach erkennbar und verfärbt sich, je nach Zustand der Atmosphäre, von Orange über Blutrot bis zu schmutzigem Braun.

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