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Der Sternhimmel über Stuttgart am 11. August 1999

Ausgabe 2/1999

Die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999

Im August diesen Jahres findet das wohl eindrucksvollste Himmelsereignis überhaupt statt: eine totale Sonnenfinsternis. In der Mittagszeit des 11. August schiebt sich der Mond dabei so vor die Sonne, daß er die Sonnenscheibe vollständig abdeckt. Dadurch wird es für wenige Minuten so dunkel wie in der Dämmerung: Die hellsten Planeten und Fixsterne sind am Taghimmel zu erkennen.
Das Ereignis beginnt frühmorgens im Nordatlantik. Der Schatten des Mondes trifft dort erstmals die Erde. Durch die Bewegung des Mondes und die Rotation der Erde wandert der Schatten in drei Stunden eine 14000 Kilometer lange Strecke vom Atlantik über England, Frankreich, Süddeutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien und die Türkei weiter bis zum Indischen Ozean.

Jedes Jahr ereignen sich zwei bis fünf Sonnenfinsternisse, die meisten jedoch über fernen Kontinenten oder den Ozeanen.
In Deutschland war die letzte Finsternis am 19. August 1887 zu sehen. Wenn es am 11. August hier bewölkt ist, muß man bis zum 3. September 2081 auf die Chance warten, über dem Bodensee den Mondschatten erwischen zu können.



Die Finsternis beginnt in Stuttgart um 11:13 Uhr und dauert bis 13:56 Uhr. Zu Beginn wird es zunächst unmerklich dunkler. Ungefähr 10 bis 15 Minuten vor der totalen Verfinsterung scheinen dann die Farben mehr und mehr zu verblassen, die Sonnenstrahlung empfindet man als weniger warm, Pflanzen beginnen ihre Blüten zu schließen und Vögel verstummen. Die Totalität setzt dann gegen 12:33 Uhr ein und dauert 2 Minuten und 17 Sekunden. Es wird schlagartig Nacht. Die hellsten Planeten und Fixsterne treten am Himmel hervor. Am auffälligsten wird Venus 15 Grad östlich der Sonne sein. Westlich der Sonne ist Merkur zu erkennen. Im Südwesten können die hellen Sterne Sirius, Kapella und Beteigeuze, die wir sonst nur vom abendlichen Winterhimmel kennen, am Himmel hervortreten.
Die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter in unserer Region liegt bei 50 - 60 %

Ein außerordentlicher Zufall in der Natur hat die Abstands- und Größenverhältnisse von Sonne und Mond so eingerichtet, daß der Mond die Sonnenscheibe genau abdecken kann. Jetzt bietet sich die einmalige Gelegenheit, die feinen Ausläufer der Sonnenkorona, die äußerste Sonnenatmosphäre, zu sehen.



Man muß jedoch davor warnen, mit ungeschützten Augen in die grelle Sonne zu blicken. Niemals darf man mit einem Fernglas oder Teleskop ohne geeignete Schutzmaßnahmen in die Sonne sehen. Sofortige Erblindung wäre die Folge. Auch rußgeschwärzte Gläser, Sonnenbrillen oder geschwärzte Filme bieten keinen ausreichenden Schutz.
Um die Finsternis zu beobachten, zu fotografieren und zu filmen bedarf es keinerlei aufwendiger optischer Hilfsmittel. Die im Fachhandel angebotenen Sonnenfilterfolien bieten ausreichenden Schutz und sind als einziges Hilfsmittel für die partielle Phase völlig ausreichend. Mit ein wenig Geschick kann man sich daraus Objektivfilter bauen.
Nur während der Totalität sollte das Filter entfernt werden.



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