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Bahn der Erde und des Kometen Halley relativ zur Sonne 1986

Ausgabe 1/1986

Komet Halley 1986

Seit Oktober 1982 beobachten die Astronomen wieder den Kometen Halley. Auch die Stuttgarter Amateurastronomen haben ihn seit Oktober '85 im Visier. Aber erst im Januar '86 wird er so hell sein, daß er vielleicht sogar mit dem bloßen Auge am Abendhimmel zu sehen sein wird. Ab ca. 25. Januar steht er dann der Sonne zu nahe, bleibt deshalb unbeobachtbar und kann erst wieder Mitte Februar am Morgenhimmel im Osten gesehen werden. Ab ca. 25. März verschwindet er dann für die Beobachter in Mitteleuropa und ist nur in südlicheren Gegenden zu sehen. Mitte April ist er für uns erneut am Abendhimmel sichtbar. Leider stört zu dieser Zeit der helle Mond (am 24. ist Vollmond). Anfang Mai dürfte dann die letzte Chance sein, ihn mit bloßem Auge zu erkennen. Mit Ferngläsern wird er noch bis Ende Mai, im Fernrohr der Sternwarte noch bis Juni sichtbar sein. Danach können ihn erst wieder unsere Nachkommen im Jahre 2061 bestaunen. Kometenkerne sind Himmelskörper aus gefrorenen Gasen und festen Teilchen. Die meisten haben einen Durchmesser von nur einigen Kilometern. Es gibt wahrscheinlich nur wenig Kerne, die über 20 km Durchmesser haben.

Die meisten Kometen tummeln sich weit außerhalb der Bahn des sonnenfernsten Planeten Pluto. Ihre Zahl wird auf mehrere Milliarden geschätzt.

Ab und zu geschieht es, daß Kometen in das innere Sonnensystem gelangen und dann in einer ellipsenförmigen Bahn die Sonne umrunden (ein Umlauf dauert allerdings meist viele tausend Jahre; sie sind langperiodisch). Es sind aber über 100 sogenannte kurzperiodische Kometen bekannt, die Umlaufzeiten von weniger als 200 Jahren haben; zu diesen gehört Halley Nähert sich ein Komet der Sonne, verdampft ein Teil der Eispartikel des Kernes und bildet die "Koma" aus Wasserdampf, Kohlenmonoxid und anderen Molekülen. Die Koma kann sich dann bis auf 100 000 km ausdehnen! In unmittelbarer Sonnennähe werden Gasteilchen aus der Koma weggerissen (infolge des Sonnenwindes) und bilden den Kometenschweif. Sowohl die Koma als auch der Schweif enthalten Staubteilchen. Diese bewegen sich langsamer von der Koma weg und bilden oft einen zweiten, meist schwächeren und gekrümmten Schweif. Die Länge der Schweife ist enorm - oft über 100 Millionen km!

Die Gasdichte des Schweifes ist sehr gering, ca. 1/1000 der Gasdichte, die in einem Hochvakuum noch technisch herstellbar ist. Deshalb besteht auch keine Gefahr für die Erde und deren Bewohner, wenn diese in einen Kometenschweif geraten sollte. Ein Zusammenstoß mit dem Kometenkern ist extrem unwahrscheinlich.

Früher galten Kometen als Unglücksbringer und wurden für Kriege, Naturkatastrophen und Krankheiten verantwortlich gemacht (leider glauben dies auch heute noch sehr viele Menschen).

Die diesjährige, 29. beobachtete Wiederkehr des Kometen Halley, der schon seit der frühen Geschichte von Menschen gesehen wurde, wird zumindest für uns Mitteleuropäer keine besonders spektakuläre Erscheinung. Für die Wissenschaft bietet sich jedoch die Chance, den Kometen mit Raumsonden zu erforschen. Da Kometen so alt wie das Sonnensystem sind, und sich den größten Teil ihres Lebens fernab der Sonne aufhalten, haben sie die Urmaterie weitgehend konserviert. Eben deshalb sind sie für die Astronomie von besonderem Interesse. Die Kometen hinterlassen auf ihrer Bahn Staubpartikel, die dann um die Sonne kreisen - eine Art kosmischer Müll! Kreuzt die Erde solch eine Bahn, stoßen die winzigen Teilchen mit der Atmosphäre zusammen, verglühen, und können dann als mehr oder weniger helle Sternschnuppen (Meteore) gesehen werden.

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